Fahrradlexikon

Was ist eigentlich ein Nippelspanner?

Wegweiser durchs Fahrrad-Fachchinesisch

Kennen Sie das auch? Da unterhalten sich zwei über Fahrräder, und Sie verstehen kein Wort. Oder sie möchten einen Fahrradschlauch kaufen, und der Händler fragt „Sclaverand oder Dunlop?“ – Häh? Rund um Fahrräder und Pedelecs gibt es zahlreiche Fachbegriffe. Einige davon zu kennen, kann hilfreich sein. Zum Beispiel, um Missverständnisse bei Wörtern wie „Nippelspanner“ zu vermeiden. Und es ist doch netter, das Rad mit den Worten „Ich glaube, der Steuersatz hat Spiel“ zur Werkstatt zu bringen, als zu beschreiben, dass der Lenker irgendwie komisch wackelt – wobei Ihr VSF-Händler selbstverständlich auch diese Diagnose versteht! Hier erklären wir für Sie einige gängige Fachbegriffe.

Von Wolfgang Wagener

A

Aheadset

 
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Als Aheadset werden gewindelose →Steuersätze bezeichnet. Dabei hat die Gabel kein Gewinde; der →Vorbau wird auf den Gabelschaft geschoben. Das Lagerspiel wird über eine in den Gabelschaft eingeschlagene Kralle eingestellt. Standard bei Mountain-Bikes und Rennrädern, auch bei anderen Rädern weit verbreitet. Ursprünglich ist der Begriff „Aheadset“ eine eingetragene Marke der Firma Dia Compe.

Ausfallende

 
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Fachbegriff aus dem Rahmenbau für den Teil des Rahmens, der die Achse des Laufrades aufnimmt. Ausfallenden sitzen an den Gabelenden und am Ende des →Hinterbaus. Einfache Ausfallenden sind gestanzt oder sogar nur aus Blech gepresst. An guten Rahmen sind die Ausfallenden geschmiedet.

Akku

 
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Kurzform für Akkumulator (vom lateinischen Wort accumulator, „Sammler“). Ein wiederaufladbarer Speicher für elektrische Energie. Sozusagen der Tank des Elektrorades. Während früher Nickel-Metallhydrid-Akkus (→NiMh-Akkus) verbreitet waren, werden heute in der Regel Lithium-Ionen-Akkus (→Li-Ionen-Akkus) verwendet, die bei gleichem Energiegehalt leichter und unempfindlich gegen →Tiefentladung sind. Pedelec-Akkus bestehen im Inneren zumeist aus mehreren zusammengeschalteten Speicherzellen (sogenannte Sekundärzellen) mit einer Steuerelektronik.

B

Bowdenzug

 
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Gesprochen „Baudenzug“, benannt nach dem Erfinder Ernest Monnington Bowden. Über Bowdenzüge werden Bremsen und Schaltung am Rad betätigt. Ein Bowdenzug besteht aus einem Stahldraht (Innenzug), der die Zugkraft überträgt, und einer äußeren Hülle (Außenzug), die als Gegenlager zur Abstützung dient. Brems- und Schaltzüge haben übrigens unterschiedliche Durchmesser und Außenhüllen, sind also nicht austauschbar. Damit ein Bowdenzug immer schön leicht geht, braucht er gelegentlich etwas Wartung – fragen Sie Ihren VSF-Händler!

C

Cantileverbremse

 
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Diese besondere Form der →Felgenbremse besteht aus zwei Bremsarmen („Kipphebel", engl. Cantilever), die auf Sockeln an der Gabel und den Sitzstreben gelagert sind. Die Bremsarme stehen seitlich ab und sind durch einen Querzug verbunden. An diesem setzt der eigentliche Bremszug an. Vorteile der Cantileverbremse: sie passt für breite Reifen und ist unempfindlich gegen Verschmutzung. Die Nachteile: schwer einzustellen, beschränkte Bremswirkung. Deshalb findet sie sich fast nur noch an einigen →Cyclocross-Rädern. Eine moderne Form der Cantileverbremse mit besserer Bremswirkung ist die →V-Brake.

Cyclocross-Räder

 
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Spezielle Räder für Querfeldeinrennen. Sie basieren auf Straßenrennrädern, haben also Rennlenker und Kettenschaltung, allerdings bis zu 33mm breite Stollenreifen und oft auch ein etwas höher positioniertes →Tretlager für mehr Bodenfreiheit. Ältere Modelle haben →Cantileverbremsen, aktuelle Cyclocrosser sind überwiegend mit Scheibenbremsen ausgestattet. Sie können als Vorläufer des →Gravelbikes betrachtet werden.

Cleats

 
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Adapterplatten, die unter spezielle Radschuhe geschraubt werden, und in →Systempedale einrasten. Unterschiedliche Pedalsysteme erforden jeweils eingene Cleats.

D

Drehmoment

 
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Das Drehmoment ist ein Begriff aus der Mechanik. Es bezeichnet eine Kraft, die eine Drehbewegung auslöst. Das Drehmoment wird in der Maßeinheit Newtonmeter – abgekürzt Nm – angegeben. Beim Fahrrad begegnet uns das Drehmonent in erster Linie in zwei Zusammenhängen: bei Schrauben und beim Motor von Pedelecs.

Für Schrauben am Fahrrad gibt es vorgeschriebene maximale Anzugskräfte. Wird eine Schraube mit zu großer Kraft angezogen, können Schraube oder Bauteil beschädigt werden. Auf manchen Bauteilen ist das maximale Drehmoment in Nm aufgedruckt (ansonsten fragen Sie Ihren VSF-Händler). Besonders bei sensiblen Leichtwerkstoffen wie Alu oder Carbon müssen sich Grobmotoriker zügeln. Lenker oder Sattelstützen aus Carbon brechen schnell, wenn die Befestigung zu stark angezogen wurde. Hier muss mit speziellen Drehmomentschlüsseln gearbeitet werden, die die aufgewendete Kraft anzeigen oder sogar begrenzen.

Beim Motor eines Pedelecs bedeutet „Drehmoment“ vereinfacht gesagt die Kraft, mit der der Motor auf die Antriebswelle wirkt. Je höher das Drehmoment bei gleicher Drehzahl und gleichem Gang, desto stärker unterstützt der Motor beim Treten. Allerdings geben Hersteller in der Regel das maximale Drehmoment des Motors an. Das steht jedoch nur im höchsten Unterstützungsmodus und nur in einem bestimmten Drehzahlbereich des Motors zur Verfügung und hängt auch davon ab, wie stark man selbst in die Pedale tritt. Die Drehmomentangaben verschiedener Motoren sind also nicht direkt vergleichbar – zumal auch noch die Trittfrequenz und bei Mittelmotoren auch die Übersetzung des eingelegten Gangs darüber entscheidet, was vom Motordrehmoment tatsächlich als Antriebsdrehmoment am Hinterrad ankommt. Am spürbarsten ist ein starkes Drehmoment beim Anfahren und an Steigungen.

E

ECE-R75

 
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Reifen für →S-Pedelecs, also E-Bikes, deren Motor bei 25 km/h nicht abgeregelt wird, müssen die europaweit gültige Zulassung ECE-R75 haben. Derartige Reifen dürfen aber auch an allen anderen Arten von Pedelecs und E-Bikes montiert werden - und selbstverständlich auch an normalen Rädern. Reifen von S-Pedelecs müssen übrigens mindestens eine Profiltiefe von einem Millimeter haben. Für normale Fahrräder und Pedelecs gilt diese Regelung nicht, dort sind sogar Räder ganz ohne Profil („Slicks") erlaubt.

Entfaltung

 
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Die Wegstrecke (in Metern), die pro Kurbelumdrehung zurückgelegt wird. Die Entfaltung errechnet sich aus dem Umfang der →Laufräder und der →Übersetzung. Je nach Übersetzung liegt die Entfaltung zwischen einem (extremer Berggang) und zehn (größter Gang beim Rennrad) Metern.

G

Gabelschaft

 
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Der Gabelschaft ist der obere Teil der Gabel und besteht aus einem Rohr (Stahl, Aluminium oder Carbon), das drehbar durch den Rahmen geführt wird und den →Lenkervorbau trägt. Gelagert ist der Gabelschaft in einem Lenkungslager, dem sogenannten →Steuersatz. Ein Gabelschaft mit Gewinde am oberen Ende passt zu einem konventionellen, geschraubten Steuersatz. →Ahead-Vorbauten benötigen einen gewindelosen Gabelschaft. Gabelschäfte haben verschiedene Innen- und Außendurchmesser.

H

Hakenfelge

 
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Felge, deren Seiten eine nach innen gerichtete deutliche Kante haben, die in den Wulst des →Drahtreifens greift und verhindert, dass der Mantel von der Felge springt. Mit wenigen Ausnahmen (→Westwood-Felgen, →Schlauchreifenfelgen) sind heute an allen Rädern Hakenfelgen montiert, da auf ihnen der Reifen auch bei hohem Luftdruck hält.

Hinterbau

 
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Das hintere Dreieck des Rahmens, in dem das Hinterrad sitzt. Der Hinterbau wird gebildet durch das Sitzrohr (in dem die Sattelstütze steckt), die Kettenstreben (zwischen Tretlager und Hinterradnabe) und den Sitzstreben (von der Hinterradnabe zum Sitzrohr).

K

Kassette

 
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Der Block der hinteren Zahnräder/→Ritzel (bei Rädern mit Kettenschaltung) wird zusammengefasst Ritzelpaket oder Kassette bezeichnet.

Klickpedal

 
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→Systempedal

Kettenblatt

 
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Das oder die vorderen Zahnräder des Kettenantriebs. Räder ohne Schaltung oder mit Nabenschaltung haben ein Kettenblatt, Räder mit Kettenschaltung bis drei.

L

Laufrad

 
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Vorder- oder Hinterrad werden als „Laufrad“ bezeichnet. Denn es ist einfach verständlicher, vom „Laufrad meines Fahrrads“ zu sprechen als vom „Rad meines Rades“. Beide Laufräder zusammen sind der Laufradsatz. Das Laufrad besteht aus Nabe (das Ding in der Mitte), Speichen und Felge. Bitte nicht mit dem Laufrad des Freiherrn von Drais und seinen modernen Nachfahren, den Laufrädern für kleine Kinder verwechseln!

Lenkervorbau

 
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→Vorbau

Lumen

 
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Die Einheit Lumen (abgekürzt lm) gibt die Stärke des Lichtstroms an, den eine Lichtquelle – etwa ein Fahrradscheinwerfer – abstrahlt. Die Lumen-Angabe kann sich auf den gesamten Scheinwerfer oder nur auf die verbaute LED beziehen. Der Lumen-Wert misst nur das Licht, das am Scheinwerfer abgestrahlt wird. Die Helligkeit auf der Fahrbahn wird in →Lux gemessen. Der Lumen-Wert sagt also nichts über die Helligkeit und Lichtverteilung auf der Fahrbahn aus.

Ladezyklus

 
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Darunter versteht man eine komplette Entladung und anschließende Wiederaufladung eines Akkus. Das muss nicht mit einem Mal passieren. Auch mehrere Teilladungen nacheinander werden als ein Ladezyklus gezählt. Die Lebensdauer von Akkus wird nach Ladezyklen bemessen. Nennt ein Hersteller 600 Ladezyklen, so heißt das, dass der Akku danach nur noch 80 Prozent seiner Ladekapazität hat. Er funktioniert dann noch, jedoch mit geringerer Reichweite. Gute Pedelec-Akkus erreichen bei pfleglicher Behandlung und Lagerung 600 bis 1000 Ladezyklen.

Li-Ionen-Akkus

 
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Lithium-Ionen-Akkus werden in zahlreichen elektrischen Geräten (z. B. Smartphones) verwendet und haben sich auch bei Pedelecs durchgesetzt. Sie enthalten Verbindungen des chemischen Elements Lithium. Derartige Akkus sind leicht, haben eine hohe Leistung und eine vergleichsweise hohe Lebensdauer, sind unempfindlich gegen →Tiefentladung und können häufig nachgeladen werden, ohne dass sich ihre Kapazität verringert. Allerdings müssen sie durch eine gute Steuerelektronik vor Beschädigung und Überhitzung geschützt werden. Deshalb sollten Lithium-Ionen-Akkus nach einem Sturz oder bei sichtbaren Beschädigungen vom Fachmann überprüft werden.

Lux

 
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Lux ist die Maßeinheit dafür, wieviel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt. Beim Fahrradscheinwerfer zeigt der Lux-Wert an, wie hell das Zentrum des Lichtkegels in zehn Metern Entfernung vom Scheinwerfer ist. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter. Der Lux-Wert sagt mehr über die Qualität eines Fahrradscheinwerfers aus als der →Lumen-Wert; um die Lampe wirklich zu beurteilen, muss man sich darüber hinaus ansehen, wie das Licht verteilt ist.

M

Memory-Effekt

 
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Bei bestimmten Akkutypen (zum Beispiel bei →NiMh-Akkus) wurde früher ein Kapazitätsverlust beobachtet, wenn sie häufig nur teilweise ent- und wieder aufgeladen wurden. Das verringerte die Reichweite des Pedelecs. Als Gegenmaßnahme gegen diesen sogenannten Memory-Effekt wurde empfohlen, den Akku einige Male komplett leerzufahren und wieder voll aufzuladen. Bei aktuellen Akku-Modellen (→Li-Ionen-Akkus) kommt es praktisch nicht mehr zum Memory-Effekt; sie können also jederzeit bedenkenlos, auch teilweise, nachgeladen werden.

N

NiMh-Akkus

 
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Nickel-Metallhydrid-(NiMh-)Akkus haben eine positive Elektrode aus Nickel(II)-Hydrid und eine negative Elektrode aus einem Metallhydrid. Das ist zum Beispiel die Bauform vieler aufladbarer 1,2-Volt-Standard-Akkus. Bei Pedelcs werden NiMh-Akkus in der Regel nicht mehr verwendet. Gründe dafür sind ihr vergleichsweise hohes Gewicht, ein Kapazitätsverlust bei Lagerung und eine begrenzte Lebensdauer (Kapazitätsverlust nach einer gewissen Anzahl von Ladezyklen). Zudem wurde häufig ein →Memory-Effekt beobachtet.

Newtonmeter / nm

 
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Maßangabe für das →Drehmoment.

Nippelspanner

 
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Auch: Speichenschlüssel. Werkzeug zum Justieren der Speichenspannung. Dazu wird mit dem Nippelspanner der Speichennippel gedreht - daher der Name.

NTA 8776

 
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Für →S-Pedelecs ist ein geeigneter Helm vorgeschrieben. Reguläre Fahrradhelme sind nicht zulässig, da davon ausgegangen wird, dass mit S-Pedelecs höhere Geschwindigkeiten erreicht werden (allerdings bewegen sich trainierte Rennradfahrer im gleichen Geschwindigkeitsbereich wie S-Pedelecs, dürfen aber „normale“ Helme tragen). Derzeit gibt es noch keine entsprechende EU-Norm für geeignete Pedelec-Helme. Allerdings bieten verschiedene, auch deutsche Hersteller Helme nach dem holländischen Sicherheitsstandard NTA 8776 an. NTA 8776 wurde vom niederländischen Normeninstitut als Vorschlag für einen europäischen Standard für S-Pedelec-Helme entwickelt. Helme, die die Norm NTA 8776 erfüllen, absorbieren rund 40 Prozent mehr Stoßenergie als ein regulärer Fahrradhelm.

P

Pedelec

 
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Das Pedelec (für Pedal Electric Cycle) ist eine Form des →Elektrofahrrads, bei dem der Elektromotor ausschließlich das Treten unterstützt. Der Motor arbeitet also nur, wenn gleichzeitig in die Pedale getreten wird. Nach §1 des Straßenverkehrsgesetzes gilt ein Pedelec in Deutschland rechtlich nicht als Kraftfahrzeug, sondern als Fahrrad, sofern der Motor maximal 250 Watt leistet, die Motorunterstützung bei mehr als 25 Stundenkilometern abgeregelt wird und aufhört, sobald der Fahrer nicht mehr tritt. Pedelecs sind zulassungs- und versicherungsfrei und dürfen ohne Helm und auf Radwegen gefahren werden.

Q

Q-Faktor

 
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Der seitliche Abstand der Tretkurbeln voneinander (gemessen zwischen den Außenseiten der Tretkurbeln auf Höhe der Pedale). Je weiter die Tretkurbeln voneinander entfernt sind (hoher Q-Faktor), um so größer ist auch der Abstand der Füße auf den Pedalen. Der Kurbelabstand liegt in der Regel zwischen 156 und 173 Millimetern. Mountain-Bikes, Fahrräder mit Dreifach-→Kettenblättern und Pedelecs mit →Mittelmotor haben meist einen höheren Q-Faktor – der Kurbelabstand ist höher. In der Regel gilt ein kleinerer Q-Faktor als angenehmer. Ein zu großer Q-Faktor kann zu orthopädischen Problemen wie Knieschmerzen führen.

R

Rekuperation

 
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Wird ein Elektromotor zum Bremsen genutzt, funktioniert er wie ein Generator oder Dynamo und erzeugt Strom. Damit kann man zum Beispiel einen Akku laden. Diese „Rekuperation“ (vom lateinischen recuperare, „wiedergewinnen“) ist nur bei entsprechend eingerichteten Pedelecs mit Nabenmotoren ohne Freilauf (Direktantrieb) möglich. Eine spürbare Reichweitenverlängerung ergibt sich jedoch nur bei längeren Bergabfahrten.

Ritzel

 
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Anderer Begriff für die hinteren Zahnräder bei Fahrrädern mit Kettenantrieb. Räder ohne Schaltung (→Singlespeed) sowie mit Nabenschaltung haben hinten ein Ritzel, Fahrräder mit Kettenschaltung bis zu 12 Ritzel. Ritzel sind Verschleißteile und sollten regelmäßig geprüft und erneuert werden. Ihr Händler hilft gern dabei.

S

S-Pedelec

 
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Bei S-Pedelecs (abgekürzt für „schnelles Pedelec“ oder Speed-Pedelec) unterstützt der Motor das Treten bis maximal 45 km/h. Rechtlich gelten S-Pedelecs nicht als Fahrräder, sondern als Kleinkrafträder (Leichtkraftfahrzeug). Damit wird für ihren Betrieb ein Mofaführerschein (Klasse AM) benötigt. Wer bereits einen Führerschein (egal welcher Klasse) hat oder vor dem 1.4. 1965 geboren ist, benötigt keine weitere Fahrerlaubnis. Vorgeschrieben sind eine Betriebserlaubnis, ein für S-Pedelecs zugelassener Rückspiegel, ein Versicherungskennzeichen (bei nach 2015 zugelassenen Rädern mit Beleuchtung) sowie ein geeigneter Helm (allerdings gibt es derzeit noch keine Definition, was ein „geeigneter Helm“ ist; →NTA 8776). Anhänger sind nicht zulässig. Kindersitze dürfen nur montiert werden, wenn es dafür zugelassene Modelle sind und diese in der Typgenehmigung eingetragen wurden. Zudem darf man mit einem S-Pedelec innerstädtisch keine Radwege benutzen.

Schnellspanner, Schnellspannachse

 
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Erfunden, um beim Radrennen schnell das →Laufrad wechseln zu können. Die Achse des Laufrades wird nicht auf beiden Seiten mit Muttern gesichert, sondern mit einem Schnellspannhebel zwischen den →Ausfallenden festgeklemmt. Das geht schnell und ohne Werkzeug. Deshalb sind Laufräder mit Schnellspannern auch diebstahlsgefährdet: Beim Abschließen mit Schloss am Rahmen sichern!

Schaltwerk

 
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Das Schaltwerk ist Bestandteil einer Kettenschaltung. Es sitzt unterhalb der Hinterachse und bewegt die Kette über die hinteren →Ritzel.

Spacer

 
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Distanzscheiben, werden bei →Aheadsets zwischen den →Steuersatz im Rahmen und den →Vorbau oder zwischen die →Ritzel einer →Kasette gesetzt.

Steckachse

 
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Besonders steife Achsen zur Befestigung der Laufräder im Rahmen. Eine Steckachse wird auf einer Seite direkt in die Aufnahme am Rahmen eingeschraubt, auf der anderen Seite durch einen Hebel oder eine Mutter gesichert. Steckachsen sind steifer als →Schnellspannachsen und werden daher bei Federgabeln und Scheibenbremsen eingesetzt. Sie erfordern Rahmen mit speziellen →Ausfallenden.

Steuersatz

 
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Als Steuersatz wird das Lenkungslager des Fahrrades bezeichnet. Dank dieses Lagers kann man überhaupt lenken, also den Lenker und die Gabel im Rahmen drehen. Ein Steuersatz besteht in der Regel aus zwei Kugel- oder Walzenlagern, die im →Steuerrohr sitzen. Das obere Lager ist entweder mit dem →Gabelschaft verschraubt (der dazu ein Gewinde hat) oder ohne Gewinde verbunden (→Aheadset). Lässt sich der Lenker nur schwer drehen oder hat er Spiel, muss das Lager nachgestellt oder gewartet werden.

Systempedal

 
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Stellt eine feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal her.Ein unter dem Radschuh verschraubter Adapter (→Cleats) rastet in den Mechanismus des Pedals ein (wie bei einer Skibindung). Durch Drehen oder Kippen des Fußes wird die Verbindung wieder gelöst. Macht den Pedaltritt effizienter, Trittkraft kann auch durch Ziehen nach oben genutzt werden. Verbreitet an sportlichen Mountain-Bikes und Rennrädern; Kombipedale (eine Seite für Schule mit Cleats, eine Seite für normale Schuhe) auch an Touren- und Reiserädern.

T

Tiefentladung

 
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Wird dem Akku so viel Strom entnommen, dass seine Kapazität fast völlig erschöpft ist, spricht man von Tiefentladung. Sie kann den Akku bleibend schädigen. Verschiedene Akku-Typen reagieren unterschiedlich darauf. Bei Pedelecs schützt in der Regel die Elektronik den Akku vor Tiefentladung und schaltet den Antrieb rechtzeitig ab. Doch auch zu lange Lagerung kann zu Tiefentladung führen. Deshalb den Akku auch bei Nichtgebrauch regelmäßig nachladen. Wird der Akku längere Zeit nicht genutzt, empfehlen Fachleute, ihn mit 50 bis 80 Prozent Ladung zu lagern und monatlich entsprechend nachzuladen.

U

Übersetzung

 
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Anders als bei Autos lassen sich bei Kettenschaltungen die Gänge nicht so recht nummerieren, da es verschieden große Ritzel und Räder mit zwei oder drei Kettenblättern gibt. Man spricht also nicht vom zweiten, dritten oder vierten Gang, sondern betrachtet stattdessen die sogenannte Übersetzung. Das ist das Verhältnis der Zähnezahl von →Kettenblatt und →Ritzel. Die Übersetzung bestimmt, wie häufig sich das Hinterrad pro Kurbelumdrehung im jeweiligen Gang dreht. Sind Kettenblatt und Ritzel beide gleich groß eine 1:1-Übersetzung), drehen sich Kurbel und Hinterrad gleich schnell. Mit einem Kettenblatt mit 52 Zähnen und einem Ritzel mit 13 Zähnen, also einer Übersetzung von 4:1, dreht sich das Hinterrad bei einer Kurbelumdrehung viermal. Eine solche Übersetzung tritt sich schwerer als eine von 2:1, z.B. ein Kettenblatt mit 32 und ein Ritzel mit 16 Zähnen. Bei extremen Bergängen kann das Ritzel sogar größer als das Kettenblatt sein. Dann spricht man von Untersetzung. Siehe auch →Entfaltung.

Umwerfer

 
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Ein Umwerfer ist Bestandteil einer Kettenschaltung. Er sitzt oberhalb des Tretlagers und bewegt die Kette zwischen den →Kettenblättern.

V

Vorbau

 
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Auch Lenkerstütze genannt: verbindet Gabel und Lenker. Je nachdem, ob das Rad eine Gabel mit oder ohne Gewinde hat, wird ein Vorbau mit oder ohne Schaft benötigt. Mit unterschiedlichen Vorbaulängen und -winkeln lassen sich Lenkerposition und Sitzhaltung verändern. Klassische Vorbauten mit Schaft sind auch in der Höhe verstellbar (dazu muss nur die Spannschraube des Vorbaus, nicht aber der Steuersatz gelöst werden). Es gibt auch Vorbauten, deren Winkelstellung verstellbar ist.

W

Wattstunde (Wh)

 
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Gibt an, wie viel Energie ein Akku enthält. Errechnet sich aus der Betriebsspannung des Antriebs (also zum Beispiel 36 Volt) multipliziert mit der Kapazität oder Ladungsmenge des Akkus (angegeben in Amperestunden, abgekürzt Ah). Rechenbeispiel: Ein Akku hat 36 Volt Nennspannung und 13,8 Amperestunden. 36 x 13,8 = 496,8. Der Akku hätte also knapp 500 Wattstunden.
Ein 500-Wh-Akku kann eine Stunde lang 500 Watt abgeben. Oder zwei Stunden lang 250 Watt. Hat ein Pedelec einen 250-Watt-Motor, könnte er mit einem 500-Wh-Akku zwei Stunden mit seiner Dauerleistung betrieben werden.

Westwood-Felge

 
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Westwood-Felgen sind Felgen aus Stahlblech, die früher bei klassischen Hollandrädern und britischen Tourenrädern („Roadster“) verbreitet waren. Durch ihre spezielle Form mit schmalen, leicht gerundeten Felgenflanken sind sie ungeeignet für Felgenbremsen. Sie wurden daher mit speziellen Gestängebremsen kombiniert, bei denen die Bremsgummis auf die Felgenunterseite gedrückt werden, oder mit Trommelbremsen. Westwood-Felgen können aufgrund ihrer glatten Innenwände nur mit speziellen Reifen („Wulstreifen" wegen des dicken Wulstes, der den Reifen auf der Felge hält) und niedrigem Luftdruck gefahren werden. Daher sind sie kaum noch verbreitet. Sie wurden weitgehend von →Hakenfelgen verdrängt, auf denen Reifen auch bei hohem Luftdruck sicher halten.