Detail

Eurobike? Ja bitte!

18.07.2018

Statement zur Leitmesse der Fahrradbranche

In der anhaltenden Diskussion um Konzept und Termin der Eurobike nehmen wir vom Verbund Service und Fahrrad (VSF e. V.) wie folgt Stellung:

  1. Für die Fahrradwirtschaft und auch für die mediale Aufmerksamkeit und das politische Gewicht ist es wertvoll und wichtig, dass es in Deutschland eine Leitmesse der Fahrradbranche gibt, wie sie die Eurobike darstellt.
  2. Eine wichtige Funktion der Messe ist es neben dem Orderaspekt und dem Einfädeln von Geschäften, allen Branchenteilnehmern – und auch Brancheneinsteigern – einen möglichst vollständigen Überblick des Branchengeschehens zu geben: Entwick-lungen, Trends und Stimmungen aufzunehmen sind dabei ebenso wichtig wie die Möglichkeit zum direkten persönlichen Gespräch mit Partnern und Kollegen.
  3. Die Branche braucht zur Weiterentwicklung neue Konzepte, Ideen und Innovationen. Sie sind das Salz in der Messe-Suppe. Wir sehen die Messe auch als Marktplatz, auf dem Neues vorgestellt, diskutiert, verworfen oder voran gebracht wird. Dies kann direkt bei den Ausstellern, aber auch gut im Rahmen von begleitenden Vorträgen und Präsentationen geschehen.
  4. Eine Leitmesse des Fahrrads ist wichtig für die Branchenidentität und die Kultur der Fahrradszene. Das persönliche Zusammenkommen der Branchenakteure und die Möglichkeit des Dialogs sind von großer Bedeutung.


Es ist offenkundig, dass sich die Funktion von Leitmessen durch die Digitalisierung und neue Kommunikationsformen substanziell verändert hat. Der VSF e. V. ist jedoch nach wie vor davon überzeugt, dass die Fahrradwirtschaft eine zentrale Messe wie die Eurobike benötigt, denn die oben genannten Aspekte sind für die Vitalität unserer Branche von großer Bedeutung.
Die zum Thema Eurobike in den letzten Jahren geführten Diskussionen haben gezeigt, dass in der Branche das Bewusstsein für den Sinn und Nutzen der Leitmesse nicht immer klar genug vorhanden war. Kontroversen um Hotelpreise, Infrastruktur und andere Ärgernisse sollten den Blick auf das „große Ganze“ aber nicht verstellen.

Daher appellieren wir

  • an die Messe Friedrichshafen, engagiert, zielgerichtet und gemeinsam mit der Branche an einer Weiterentwicklung des Konzepts zu arbeiten und das Profil der Leitmesse zu schärfen, 
  • an die relevanten Verbände der Fahrradwirtschaft, auf dieser Leitmesse Präsenz zu zeigen und die Kommunikationsmöglichkeiten für ihre Mitglieder zu nutzen,
  • an die Hersteller, sich auf der Messe gegenüber Fachbesuchern und Verbrauchern zu präsentieren, auch wenn sie bereits Hausmessen oder Händlerevents veranstalten,
  • an den Handel, über den Tellerrand des eigenen Geschäfts hinaus zu blicken und die Chancen der Leitmesse zu nutzen: Gesamtüberblick verschaffen, Horizont erweitern, sich als aktiver Teil der Branche präsentieren. Das sollte als Kriterium für den Besuch mindestens so wichtig sein, wie die Anwesenheit der eigenen Hauptlieferanten.


Mit dem Eurobike Termin 2019 und der Wiedereinführung des Publikumstags ist die Basis geschaffen, die Leitmesse erfolgreich weiter zu entwickeln – zum Wohle der gesamten Branche. Ein Messekonzept, dem 100 % der Branchenteilnehmer vorbehaltlos zustimmen, kann es  nicht geben und ein Haar in der Suppe wird sich immer finden lassen. Wichtiger ist es aber, dass die Messe jetzt längerfristig ihre Linie findet und auch durchhält, und dass die Fahrradwirtschaft durch ihr Handeln deutlich macht, dass sie die Leitmesse will, braucht und für sich nutzt.

Vorstand VSF e. V.

Berlin, 18. Juli 2018